Parkett selbst zu renovieren ist eine der wenigen Arbeiten, bei denen der Preisunterschied zum Fachbetrieb sehr groß ist und das Ergebnis bei sauberer Ausführung identisch. Es ist zugleich eine Arbeit, bei der ein Fehler zwanzig Jahre sichtbar bleibt. Hier sind Methode und Fallstricke.
Zuerst: Verträgt Ihr Parkett einen Schliff?
Das klären Sie, bevor Sie irgendetwas mieten. Ein Schliff nimmt 0,5 bis 1,5 mm Holz ab. Zeigen sich Nagelköpfe oder erscheint bei Mehrschichtparkett der Trägerkern, lautet die Antwort nein.
Das Material
- Eine Parkettschleifmaschine — tageweise zu mieten. Bevorzugen Sie eine Walzen- oder Exzenterteller-Maschine gegenüber einem aggressiven Band: Ein unbeherrschtes Band gräbt sich in Sekunden ein.
- Eine Randschleifmaschine für die 10 cm entlang der Wände, die die große Maschine nicht erreicht.
- Einen Eckenschaber.
- Drei Körnungen: 40, 80, 120.
- Einen Bausauger, FFP2-Maske, Schutzbrille, Gehörschutz.
Die drei Schleifgänge
- Körnung 40 — der Grobschliff. Nimmt die alte Oberfläche und die Spuren ab. Immer in Faserrichtung, nie quer. Gleichmäßig vorwärts: Eine laufende Maschine, die stehen bleibt, gräbt ein Loch.
- Körnung 80 — der Ausgleich. Beseitigt die Riefen des 40er.
- Körnung 120 — der Feinschliff. Bereitet die Fläche auf den Lack vor. Nicht überspringen: Zu grobe Körnung lässt den Lack ungleichmäßig einziehen.
Zwischen den Gängen vollständig saugen, auch Sockelleisten und Wände. Ein einziges zurückgebliebenes 40er-Korn zerkratzt den ganzen folgenden Gang.
Die fünf Fehler, die man am Ende sieht
- Quer zur Faser schleifen. Querriefen treten unter dem Lack hervor und gehen nie mehr weg.
- Bei laufender Maschine stehen bleiben. Das gräbt eine Mulde, die im Streiflicht sichtbar ist.
- Die Ränder vernachlässigen. Ein ungeschliffener Streifen an der Wand springt ins Auge, sobald die Leisten wieder sitzen.
- Auf staubigem Boden lackieren. Jedes Staubkorn wird zu einem harten Punkt im Film.
- Die Schichten zu schnell folgen lassen. Der Lack schließt das Lösemittel ein und weißelt.
Die Versiegelung
Rechnen Sie mit drei Schichten wasserbasiertem Polyurethanlack, aufgetragen mit kurzflorigem Roller oder Lackierpinsel.
- Erste Schicht — sie wird aufgesogen und wirkt mager. Das ist normal.
- Leichter Zwischenschliff mit Körnung 220, dann saugen und abwischen.
- Zweite und dritte Schicht — die vom Hersteller angegebene Überarbeitungszeit einhalten, meist 2 bis 4 Stunden.
Arbeiten Sie bei 15 bis 25 °C, ohne Zugluft, während des Auftrags Fenster geschlossen, um Staub fernzuhalten.
Die Durchhärtung: der Punkt, an dem sich alle irren
Der Lack ist nach wenigen Stunden staubtrocken, aber nicht durchgehärtet. Die vollständige Polymerisation dauert ein bis drei Wochen.
- Barfuß gehen: nach 24 h.
- Möbel zurückstellen — tragen, nicht schieben: nach 3 bis 4 Tagen.
- Teppiche auflegen: nach 3 Wochen. Ein zu früh gelegter Teppich zeichnet den Lack dauerhaft.
Ölen statt lackieren?
Falls Sie schwanken: Öl ist für Laien nachsichtiger, es lässt sich punktuell korrigieren, während ein Lackfehler den erneuten Abschliff der ganzen Fläche bedeutet. Dafür verlangt es regelmäßige Pflege.
