Es ist das Produkt, das man zuletzt und oft zufällig wählt — und das über den Komfort des Bodens auf zwanzig Jahre entscheidet. Die Dämmung unter einem schwimmenden Parkett ist keine einfache Matte: Sie hat vier verschiedene Aufgaben, und keine Dämmung erfüllt alle gleich gut.
Die vier Aufgaben
- Mikro-Unebenheiten ausgleichen. Sie gleicht keine Erhebung aus, nimmt aber die kleinen Höhenunterschiede auf, die das Parkett sonst klacken lassen.
- Geräusche mindern. Zwei verschiedene Geräusche — dazu gleich mehr.
- Feuchtigkeitssperre gegenüber dem Untergrund auf einer Betondecke.
- Etwas Komfort unter dem Fuß und eine leichte Wärmedämmung.
Die zwei Geräusche, die immer verwechselt werden
Das ist die häufigste Verwechslung, und sie führt zum Kauf des falschen Produkts.
- Der auf die Nachbarn darunter übertragene Trittschall. Gemessen in dB Minderung (ΔLw). Das steht groß auf der Verpackung — „20 dB”, „22 dB”. In einer Wohnung ist das Ihr Kriterium, und die Hausordnung kann es vorschreiben.
- Der im Raum selbst wahrgenommene Gehschall, dieses „Klack” beim Gehen. Er wird über einen anderen Kennwert erfasst, der auf den Datenblättern oft fehlt. Dabei ist es der, den Sie täglich hören.
Eine beim ersten Kriterium hervorragende Dämmung kann beim zweiten mittelmäßig sein. Wenn Sie der Schall im Raum stört, ist die echte Antwort keine Dämmung, sondern die vollflächige Verklebung.
Die Materialien
| Typ | Stärken | Grenzen |
|---|---|---|
| PE-Schaum | Am günstigsten, Dampfbremse integrierbar | Wird mit der Zeit gedrückt, schwacher Schallschutz |
| Holzfaser | Sehr gut beim Gehschall, steif, gleicht gut aus | Feuchteempfindlich, braucht eine separate Dampfbremse |
| Kork | Guter akustischer Kompromiss, natürlich, dauerhaft | Höherer Preis |
| Extrudiertes Polystyrol | Gutes Dämmung/Preis-Verhältnis, druckfest | Mittlerer Gehschall im Raum |
| Kautschuk / SBR | Das Beste beim Trittschall | Teuer, schwer |
Die Dicke: mehr ist nicht besser
Kontraintuitiv, aber wichtig. Eine zu dicke oder zu weiche Dämmung ermüdet die Klickverbindungen: Die Dielen sinken bei jedem Schritt leicht ein, das Verbindungssystem arbeitet und löst sich am Ende.
Für schwimmendes Mehrschichtparkett liegt der sinnvolle Bereich zwischen 2 und 5 mm. Darüber hinaus geht es um Wärmedämmung, die eher in den Estrichaufbau gehört. Prüfen Sie stets die Vorgabe des Parkettherstellers, sie hat Vorrang.
Die Dampfbremse: Pflicht auf Beton
Auf einer Betondecke, auch einer alten und scheinbar trockenen, ist eine PE-Folie von mindestens 200 µm unverzichtbar, an den Wänden einige Zentimeter hochgeführt und mit rund zwanzig Zentimetern Überlappung der Bahnen.
Auf einem bestehenden Holzboden darf keine Dampfbremse liegen: Der Boden muss nach oben atmen können, sonst wird Feuchte zwischen den beiden Lagen eingeschlossen.
Der Fall Fußbodenheizung
Hier arbeitet die Dämmung gegen Sie: Sie dämmt, während Sie Wärme übertragen wollen. Nötig ist eine möglichst geringe Wärmedurchlasswiderstand, unter 0,15 m²·K/W, und dicke Holzfaser ist unbedingt zu vermeiden.
Die echte Antwort bei Fußbodenheizung bleibt aber die Verklebung.
Was zu merken ist
In der Wohnung: auf ΔLw und die Hausordnung achten. Im Haus: Holzfaser oder Kork für den Gehschallkomfort im Raum bevorzugen. Auf Beton: nie die Dampfbremse vergessen. Und nicht dicker kaufen in dem Glauben, es sei besser.
